Titelseite - Lokales - der WN vom 29. Mai 2003

Schulprojekt: Bilanz positiv

Schöppingen. Aus E-Mail-Kontakten sind persönliche Freundschaften geworden. Nach einem Jahr fällt die Bilanz eines Berufsprojektes zwischen der Hauptschule in Schöppingen und der Wooldrikspark-Schule Enschede positiv aus.

WN vom 29. Mai 2003

Bei der Arbeit über die Schulter geschaut

Deutsch-niederländisches Schulprojekt: Von der E-Mail-Bekanntschaft zur persönlichen Freundschaft

-kwo- Schöppingen/Enschede. "Europa kommt -  gehen wir hin" steht auf dem Euregio-Pass, den 25 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen der Kardinal-von-Galen-Schule seit einem Jahr stolz im Portemonnaie tragen. In diesem Pass ist das deutsch-niederländische Schulprojekt "Euregionale Berufsausbildung ist grenzenlos" dokumentiert, an dem sie zusammen mit ihren Partnerschülem der Wooldrikspark-Schule in Enschede teilgenommen haben.

Einen Tag lang besuchten die Schüler aus Enschede ihre Schöppinger "Kollegen" und schauten ihnen bei der Arbeit zu. 

 Unlängst besuchten die niederländischen Schüler aus Enschede für einenTag ihre Schöppinger „Kollegen“ in ihren jeweiligen Praktikumsbetrieben und fanden das höchst spannend, denn in den Niederlanden gibt es keine Praktika im allgemeinen Schulbetrieb. Dafür wechseln die niederländischen Schüler nach der achten Klasse auf spezielle „Berufsschulen“, in die Ausbildungsbetriebe quasi „eingebaut“ sind. „Eine solche Schule haben die Schöppinger und Enscheder Schüler des Projektes bereits im April zusammen in Enschede besichtigt“, berichten Harald Hausmann und Karl-Bernd Langhorst, die das Projekt an der Kardianl-von-Galen-Schule koordinieren und betreuen.

Die Aktion „Euregionale Berufsbildung ist grenzenlos“, an der außerdem Hauptschulen aus Metelen, Steinfurt, Stadtlohn und Ibbenbüren teilnehmen, wird von einem deutsch-niederländischen Projektbüro organisiert und der Enscheder Universität wissenschaftlich begleitet. Es ist auf zwei Jahre angelegt. Während dieser Zeit sollen via Schulpartnerschaften zwei Jahrgänge nacheinander die Berufsausbildung im Nachbarland und die Nachbarn selbst besser kennenlernen.

Nicht nur das Büro, auch die Kfz-Werkstatt hatten sich manche Praktikanten ausgesucht, um Berufsluft zu schnuppern.

Das erste Jahr ist nun um und der erste Jahrgang durch: Was mit E-Mail-Partnerschaften über den Schulserver begann, ist in vielen Fällen zu persönlichen Freundschaften zwischen deutschen und niederländischen Schülern gereift. 

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Projektverlauf“, berichtet Langhorst. Es habe eine gute Kooperation mit allen gegeben. Lediglich Sprachbarrieren zwischen den Schülern hätten zuweilen Schwierigkeiten bereitet. „Wir würden uns eine  Sprachassistentin für den zweiten Abschnitt des Projektes wünschen, so dass unsere Schüler zumindest einen niedeländischen Crashkurs bekommen“ ergänzt Hausmann. 

Ob die Schöppinger Schüler sich nun vorstellen können, später in den Niederlanden zu arbeiten, wissen sie noch nicht. Kennengelernt haben sie zumindest das Ausbildungssysten der Nachbarn. „Bisher haben mehr Niederländer in Deutschland einen Arbeitsplatz als Deutsche in den Niederlanden – vielleicht wird sich das ja durch solche Projekte in ein paar Jahren ändern“, so Langhorst.