|
-rs-
Schöppingen. Das
Sehen ist - das kann man zweifelsohne feststellen - der wohl
wichtigste Sinn des Menschen. Täglich muss das Gehirn
Tausende visueller Reize aufnehmen und verarbeiten. Was wir
sehen, halten wir für wahr. Dass uns das Auge ab und an auch
arg täuschen kann, zeigen die Arbeiten der Wahlpflichtgruppe
Kunst der Klassen 9 und 10 sowie der Kunst-AG der
Kardinal-von-Galen-Hauptschule.
Auf
14 Tafeln haben Schülerinnen optische Illusionen gemalt, die
den Betrachter verblüffen. Es ist der Beitrag der Hauptschule
zur diesjährigen Cityoffensive, die Ende September startet. Ein halbes Jahr lang beschäftigten sich die Schülerinnen
unter Leitung ihrer Kunstlehrerin Barbara Beckmann mit
visuellen Täuschungen, Nachbildwirkungen, Suchbildern und unmöglichen
Figuren. Wenn man sich nur lange genug konzentriert und die
Bilder auf sich wirken lässt, tun sich die überraschendsten
Dinge auf, wie der Autor dieser Zeilen selbst erfahren konnte.
Da beginnen Kreise, sich plötzlich zu bewegen, ein Porträt
entpuppt sich als doppeldeutig, oder es tun sich ganz neue
Muster in den Bildern auf.
Noch
stehen die Motivtafeln im Pausengang der Schule, schon bald
aber werden sie auf dem Berg aufgestellt.
Kunstlehrerin Barbara Beckmann erklärt dies mit einer Überanstrengung
des Auges, die ab einer gewissen Zeit der Fixierung eines
Objektes eintritt. Dabei entstehen Illusionen, bei denen die
Gegenspieler der jeweilig dominanten Farben aktiv werden, erklärt
sie. Auf dieses Weise kommen bei schwarzen Gittermustern
beispielsweise weiße Punkte in den Schnittpunkten zu Stande.
Der Vorschlag zu dem Projekt stammt von Künstlerdorf-Geschäftsführer
Dr. Josef Spiegel und stieß zunächst auf wenig Gegenliebe
bei Kunstlehrerin Beckmann. Schließlich erfordern die meist
geometrischen Motive eine sehr akkurate und saubere
Arbeitsweise. Innerhalb kürzester Zeit habe sich das Thema
wider Erwarten jedoch zu einem Renner im Kunstunterricht
entwickelt, berichtet Barbara Beckmann. Nicht nur, dass sich
die beteiligten Schülerinnen mit viel Engagement und großer
Konzentration ihrer Illusion widmeten. Darüber hinaus baten
auch ganze Schulklassen darum, die ein oder andere optische Täuschung
doch einmal näher betrachten zu dürfen. Favoriten sind dabei
eindeutig die Bilder, die im Auge ein überraschendes Nachbild
erzeugen.
Nach den Sommerferien und rechtzeitig vor Beginn der
Cityoffensive sollen die Tafeln, die Schulhausmeister Höping
holztechnisch bearbeitet hat, auf dem Schöppinger Berg
installiert werden. "Wir stellen uns eine Art ,Drive-in`
vor",
erläutert Barbara Beckmann die Präsentationspläne. Wo genau
man sich als Spaziergänger oder eben Autofahrer die Motive
wird anschauen können, steht derzeit aber noch nicht fest.
Das muss noch mit den Anliegern abgesprochen werden.
| Kristina
Smolinski, eine der an dem Kunstprojekt beteiligten Schülerinnen,
legt letzte Hand an ihrer Illusion an.
|

|
 |
Ein
eingespieltes Team: Kristina Smolinski, Dhana Pomplun,
Sarah Doedt und Dhana Feldkamp. |
 |
 |
Fotos:
Kardinal-von-Galen-Schule
Westfälische
Nachrichten - 22. 07. 2003
|