WN vom 06.10.2004

Grenzenlose Berufswahlvorbereitung
Projekt der Euregio abgeschlossen -  Auch Schüler aus Epe und  Schöppingen machten mit 

  

-mb- Gronau-Epe/Schöppingen/Enschede. Für junge Menschen ist es heutzutage mehr denn je notwendig, über den Tellerrand zu schauen, wenn sie einen Beruf finden wollen. Der Tellerrand fällt in der Region mit der Grenze zu den Niederlanden zusammen. In einem dreijährigen Projekt haben acht Schulen aus dem deutschen Grenzgebiet gemeinsam mit verschiedenen Abteilungen des Stedelijk Lyceum in Enschede Unterrichtsmaterial und Verfahrensweisen entwickelt, die die Schüler dazu befähigen soll.


Euregional Berufswahlvorbereitung ist grenzenlos, lautet der Titel des Programms, das die EU über Interreg-Mittel mit gut 370000 Euro förderte. Gestern fand in Enschede die Abschlusskonferenz statt. Auch die Hauptschule Epe und die Kardinal-von-Galen-Schule in Schöppingen waren am Projekt beteiligt.


Die Austausch- und Projektprogramme kulminierten in Geschichten aus dem Klassenzimmer. Martina John von der Hauptschule Epe und Rita Esseling vom Lyceum erzählten über ihre Erfahrungen. Ersten E-Mail-Kontakten folgte eine gemeinsame Radtour, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Die Eper Schüler wurden mit der Begegnungssprache vertraut gemacht. Aber ganz konkret. Zum Beispiel beim Thema: Dem Nachbarn in den Kochtopf geschaut. Dabei ging es darum, eine Mahlzeit vorzubereiten - auf Niederländisch. Die Schüler stellten ein spezielle Projektwörterbuch zusammen.


Während der Projekttage besuchten sich die Klassen gegenseitig, die Schüler kundschafteten aus, wie Schule im Nachbarland funktioniert.
Ein wesentlicher Punkt war die Berufswahlvorbereitung, in deren Rahmen auch Betriebe besucht wurden. Mit Erfolg: Einen Jugendlichen aus Enschede hätte der Personalleiter der Gronauer Sparkasse am liebsten gleich dabehalten.


Dass die grenzüberschreitende Verständigung sofort und reibungslos geklappt hätte, kann man nicht behaupten. Zunächst irritierten deutsche Schüler die Niederländer mit Fragen nach Drogen. Die Gruppen mischten sich nur zögernd. Die Chemie stimmte nicht. Ein niederländischer Schüler gab zu: Wir haben echt gegen das nächste Treffen angesehen. Doch bei der dritten Zusammenkunft war das Eis gebrochen. Die deutsch-niederländische Zusammenarbeit klappte immer besser.


Ein anderes Teilprojekt beschäftigte sich mit der Frage, wie Schüler motiviert werden können, die andere Sprache zu lernen. Die Enscheder Methode nimmt das Berufsinteresse der Schüler als Ausgangspunkt. Über praktische Aufgaben - z.B. das Verfassen eines Lebenslaufs in beiden Sprachen - wird die sprachliche Kompetenz gesteigert. Auch in diesem Projekt gehören Kontakte zu Schülern auf der anderen Seite der Grenze zum Programm.


Die während des Projektes entwickelten Lerninhalte und Materialien wurden auf einer CD-ROM zusammengefasst, die anderen Schulen zur Verfügung gestellt werden.