| Ralf Mensing
gab Hauptschülern Einblick in Malerberuf |
-rs- Schöppingen. Lehrstellenbewerber und
Ausbildungsbetriebe einander näher bringen, gegenseitige
Anforderungen und Wünsche darlegen, Kontakte zwischen Schülern,
Lehrern und Unternehmen knüpfen - der erste Runde Tisch mit
Vertretern aller drei Interessengruppen war im vergangenen
Jahr ein viel versprechender Schritt hin zur Verbesserung der
Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation in Schöppingen. Ein
Ausfluss aus der Veranstaltung war auch das Angebot von
Betriebsinhabern, künftig im Rahmen eines Ausbildungstages in
die Hauptschule zu kommen. Den Anfang machte jetzt Ralf
Mensing, Inhaber des gleichnamigen Maler- und Lackierergeschäftes
an der Hauptstraße. Welche Anforderungen werden heute an
Lehrstellenbewerber gestellt? Nachdem er auf (Mit-)Initiative
Heinz Cappenbergs von der Kolpingsfamilie vor einer Woche zu
Gast bei der Klasse 10a der Hauptschule war, legte der Maler-
und Lackierermeister gestern vor der anderen Abschlussklasse,
der 10b, speziell aus der Sicht seines Unternehmens
Einstellungskriterien dar. Tipps für das Bewerbungsgespräch
und eine genaue Vorstellung dessen, was die berufliche Tätigkeit
eines Malers und Lackierers umfasst, fehlten ebenfalls nicht.
Kein Wunder, dass die Schüler dem Mann der Praxis aufmerksam
zuhörten. Schließlich treten sie in die entscheidende Phase
ihrer Berufsfindung - die meisten haben bereits eine Bewerbung
verfasst.Ich habe genau mitgezählt. Nur ganze vier Schüler
haben mir einen guten Morgen gewünscht, als ich heute Morgen
in die Klasse gekommen bin, sprach Mensing gleich zu Beginn
eine wichtige Eigenschaft an, die er an potenzielle
Mitarbeiter stellt: Freundlichkeit und gute Umgangsformen. Der
erste Eindruck des Bewerbers - er entscheide mit, ob eine
Einstellung erfolgt oder nicht. Denn, so stellte Mensing klar,
alle Handwerksberufe brächten den Kontakt zu Menschen mit
sich. Die Fähigkeit, gut mit Menschen umgehen zu können, sei
entscheidend dafür, Geschäftsbeziehungen zu halten und neue
Aufträge zu bekommen. Meine Mitarbeiter müssen von Beginn an
in der Lage sein, beispielsweise Verkaufsverhandlungen zu führen,
so der Malermeister, der derzeit zwei Lehrlinge ausbildet.
Handwerkliches Geschick sei nur eine Voraussetzung
für Lehrstellenbewerber. Unabdingbar seien auch solide
schulische Grundlagen - beim Maler- und Lackierer vor allem
Kenntnisse in Naturwissenschaften und in Mathematik. Dabei
geht es nicht um komplizierte Integralrechnung: Wichtig sei
vor allem, dass man die Grundrechenarten beherrscht und
Materialmengen richtig einschätzt. Mensing: Der Verlust für
das Unternehmen ist groß, wenn ein Mitarbeiter wegen eines
fehlenden Farbeimers beispielsweise von Münster nochmal nach
Schöppingen zurückfahren muss. Aber auch
Leistungsbereitschaft und Einsatzwillen müssen stimmen: Schwänzen
der Berufsschule oder mangelhaftes Führen des Berichtsheftes
können dazu führen, dass die Lehrlingszeit frühzeitig
beendet wird. Mit dem vielfach noch verbreiteten einfachen
Anstreicher-Image des Berufes räumte Mensing kräftig auf.
Die Anforderungen sind hoch: Vom Verlegen von Industrieböden
über das Anbringen von Wärmedämmung an Gebäuden bis hin zu
restauratorischen Arbeiten beispielsweise in Kirchen reicht
das Aufgabengebiet des Malers und Lackierers. Gerade diese
Vielfalt mache den Beruf aber auch interessant. Und: Der
Erfolg der Arbeit ist unmittelbar zu sehen, machte Mensing
deutlich.
Zukünftig sollen weitere Unternehmen ihr
Ausbildungskonzept in der Hauptschule vorstellen. Kurzfristig
ist ein Besuch von Vertretern der Firma Axa Maschinenbau - mit
Schwerpunkt industrielle und kaufmännische Berufe - geplant,
teilt Wirtschaftslehrer Karl-Bernd Langhorst mit. Das solche
Ausbildungstage an der Hauptschule viel Sinn machen, steht für
ihn außer Frage: Die Glaubhaftigkeit ist einfach viel mehr
gegeben, als wenn ich den Schülern erkläre, was ein Betrieb
von Lehrstellenbewerbern erwartet.

Welche
Anforderungen stellt ein Handwerksbetrieb an
Lehrstellenbewerber? Maler- und Lackierermeister Ralf Mensing
(l., stehend) klärte die Hauptschüler anhand seines Berufes
auf.
Foto:
Schippers
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