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WN vom 30.Mai 2002 Alte Meister auf neuen Plattencovern
Hauptschule und Künstlerdorf bereiten Ausstellung vor -db- Schöppingen. Die „Crash Test Dummies" haben es 1993 getan. Genau so wie Rod Stewart und "The Pogues“. Sie alle haben Werke berühmter und weniger berühmter Künstler für ihr Plattencover genommen ‑ mal verfremdet, mal im Original. Eine Ausstellung des Künstlerdorfes wird im Herbst die frappierenden Ähnlichkeiten und gegenseitigen Beeinflussungen von Rockmusik und bildender Kunst darstellen. Ebenfalls eingebunden in das vom Kultursekretariat NRW aus Gütersloh finanziell unterstützte Projekt ist die Kardinal-von-Galen-Schule. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Barbara Beckmann gestalten die Schülerinnen und Schüler zehn bis 15 überdimensional große Plattencover, die sich an die Bilder vornehmlich moderner Künstler anlehnen. Eines der so entstehenden Werke soll dann Plattencover für eine CD der schuleigenen Band "The Cardinals" werden. "Oops - bildende Kunst und Rockmusik" ist der Arbeitstitel des Schöppinger Projektes. Gleichzeitig zur Ausstellung soll ein Katalog erscheinen, der die Schnittpunkte von Musik und Kunst systematisch darstellt. Sein Leben lang interessiert Künstlerdorf Geschäftsführer Dr. Josef Spiegel sich für Popmusik, hat an die 30 000 Platten und damit auch deren Cover , im Bestand. jetzt hat Spiegel sich daran gemacht, sie systematisch nach Remineszenzen in der bildenden Kunst zu durchforsten. Die Ergebnisse sind interessant, zum Teil verblüffend und häufig erst auf den zweiten Blick zu erkennen. So zum Beispiel bei Rod Stewart, der für das Cover seines Albums "Night on the town" aus dem Jahr 1976 ein Renoir‑Gemälde nutzte. Einziger Unterschied zum Original: Stewart hat sein Gesicht in das Bild einarbeiten lassen. Oder die Gruppe "Bow Wow Wow", die für ihr Plattencover Manets "Frühstück im Grünen" nachstellten. Andere Musiker haben die Werke alter und neuer Meister zwar nicht in Gänze geraubt, aber doch Teile ‑ so genannte Zitate ‑ für ihre Plattencover übernommen. So findet sich Botticellis berühmte Venus ("Die Geburt der Venus") auf dem Cover zum Album "Rain and tears" der Gruppe "Aphrodite's Child" wieder. Eine gesonderte Abteilung, die das Künstlerdorf ebenfalls in der Ausstellung thematisieren will, sind Plattencover, deren Anlehnungen und Ähnlichkeiten zu künstlerischen Werken in den Augen Spiegels zwar unverkennbar, aber nicht nachweisbar sind. Diana Ross zum Beispiel wandelte einst auf Andy Warhols Spuren und ließ sich für ihr Album "Silk Electric" (1982) in einem PopArt Stil darstellen, der der Arbeit Warhols über Marylin Monroe ähnelt. Andere Musiker wiederum haben sich selbst als Künstler versucht und eigene Cover gestaltet, so zum Beispiel Bob Dylan, Cat Stevens ("Morning has broken") oder John Lennon. Umgekehrt haben beispielsweise Andy Warhol für die"Rolling Stones" und"Velvet Ground" und Richard Hamilton für die "Beatles"gearbeitet und ein Cover für deren Alben entworfen. Daneben will Spiegel in der Ausstellung auch die Bilder einiger Künstler zur Schau stellen, die das Thema Popmusik in ihren Werken verarbeitet haben und dabei nicht selten Plattencover zum Vorbild genommen haben. So besticht Helmut Middendorfs "Red Singer" aus dem Jahr 1981 motivisch durch frappierende Ähnlichkeit mit dem Plattencover des 1979er Albums "London Calling" der Gruppe "The Clash". Zehn bis 15 solcher großformatigen Plattencover wollen die Hauptschülerinnen entwerfen und ausstellen; eines der Bilder soll dann als Cover für die neue CD der Schulband „The Cardinals" dienen. |